Unser Dringlichkeitsantrag 'Zogaj'
geschrieben von Hans Schwerer
Montag, 10. August 2010
Vor der letzten Gemeinderatssitzung am 07.07.2010 war die bevorstehende
Abschiebung der Familie Zogaj in aller Munde. Etwa 10.000 Menschen
demonstrierten für einen Verbleib der kosovarischen Familie
in Österreich.
Auch uns war es ein Bedürfnis, gegen das unmenschliche
Asylrecht in Österreich ein Zeichen zu setzen. Deshalb brachte
die blume in der letzten Gemeinderatssitzung
einen Dringlichkeitsantrag ein – für eine Resolution
des Gemeinderates zu einem humanitären Bleiberecht für
die Familie Zogaj und die vielen anderen Familien, die in einer
ähnlichen Situation sind.
Es gibt immer wieder Meldungen von Abschiebungen voll integrierter
Familien – mit Betroffenheit und teilweise auch Widerstand
in den jeweiligen Gemeinden. Das gesetzlich mögliche Bleiberecht
wird jedoch kaum gewährt.
Auch wenn Fall Zogaj in Pasching unrealistisch erscheint, ist das
kein Grund zur bequemen Gleichgültigkeit. Wir sehen es als
unsere Aufgabe an Stellung zu beziehen - auch in Solidarität
zu anderen, betroffenen Gemeinden.
Im Vorfeld war es für uns spannend, wie im Paschinger Gemeinderat
ein derartiger Antrag ankommen würde. Nachdem im Leondinger
Gemeinderat nur die vier Grünen und lediglich ein Gemeinderat
der SPÖ dafür gestimmt hatten wir doch Hoffnung auf ein
besseres Ergebnis.
Es war uns natürlich klar, dass für eine solche Resolution
keine Mehrheit zu finden war. Wir rechneten auch mit entsprechenden
negativen Wortmeldungen seitens der FPÖ und auch der Liste
Böhm. Es war aber noch schlimmer. Herr Hofstadler von den (Ex-)Grünen
meldete sich zu Wort und Herr Kainz.
Herr Hofstadler umging das Thema teilweise, indem er die im Antrag
dargestellte Verbindung mit Integration von Heimatvertriebenen als
’Verhöhnung’ für diese sah. Da haben wir uns
wohl selbst beleidigt - Gisbert Jakoubi ist Sudetendeutscher und
ich bin Donauschwabe zweiter Generation. Weiters sprach er: "...
von Schlepperbanden illegal nach Österreich eingeschleuste
Wirtschaftsflüchtlinge ...". Es ist eigentlich unverständlich,
dass sich Herr Hofstadler einmal zu den GRÜNEN zählte.
Auf die Wortmeldung des Herrn Kainz ist nicht weiter einzugehen.
Bezeichnenderweise erhielt er dafür starken Applaus der FPÖ-Fraktion.
Vielleicht nur sowiel:
Für
Unmenschlickeit gibt es keine Argumente.
Mit den Gegenstimmen der FPÖ, der Liste Böhm, der (Ex-)Grünen
und der Liste Kainz – bei Stimmenthaltung von ÖVP und
dem Großteil der SPÖ – wurde unser Antrag abgelehnt.
Wir bedanken uns bei den zwei Gemeinderäten der SPÖ, die
für den Antrag gestimmt haben.
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