Vorbild Hörsching
geschrieben von Hans Schwerer
Montag, 16. Jänner 2012
Pasching ist im Bezirk Linz-Land die finanzstärkste Gemeinde
- leider aber auch der Schuldenkaiser. Pasching hat die höchsten
Schulden in absoluter Höhe und auch pro Kopf.
Ein Vergleich mit Hörsching lohnt sich, da sich damit vielleicht
Auswege aus der tristen Finanzsituation ergeben und - neben den
Vorschlägen im Landes-Prüfbericht - Maßnahmen abgeleitet
werden können.
Die Explosion der Paschinger Schulden ergaben sich 2007 durch über
6 Millionen Banken-Barvorlagen, die am Ende der Amtszeit des Herrn
Böhm vorhanden waren, und 2009 durch Übernahme von über
7 Millionen Schulden der Böhm’schen Straßenfinanzierungsgesellschaft.
Seit dem Ende der Böhm-Ära bemüht sich die Gemeinde
– SPÖ und ÖVP, und seit 2009 auch die BLUME –
wieder zu einem geordneten Haushalt zu finden. Seit 2008 sind aber
massive Grundstücksverkäufe notwendig, den Haushalt auszugleichen
und um nicht eine sogenannte Abgangsgemeinde zu werden. Dann wäre
man auf das Land OÖ angewiesen und hätte mit drastischen
Einschränkungen der Ausgaben zu rechnen.
Um diesem drohendem Szenario – wenn die Grundstücke
verkauft sind - zu entgehen, sind weitere und teils schmerzliche
und manch unbequeme Maßnahmen notwendig. Neben dem Aufgreifen
von Vorschlägen, wie sie im Prüfungsbericht des Landes
angeraten werden, lohnt sich der Vergleich mit unserer Nachbarsgemeinde
Hörsching – anhand der Voranschläge 2012.
Hörsching ist 20 km² groß und hat 5800 Einwohner,
Pasching hat 12,5 km² und 6600 Einwohner.
Pasching hat um 1,3 Mio. € höhere Steuereinnahmen und
um 0,8 Mio. € höhere Ertragsanteile. Abzüglich der
in Pasching um 0,5 Mo. € höheren Pflichtabgaben (Sozialhilfeverband,
Krankenanstaltenbeitrag und Landesumlage) – verbleibt Pasching
ein Vorteil von 1,6 Mio. €.
Pasching hat aufgrund der hohen Schulden natürlich höhere
Zinsen, höhere Darlehensrückzahlungen und Leasingkosten
– insgesamt um 1,3 Mio. € mehr als Hörsching. Damit
reduziert sich das Plus von Pasching auf 0,3 Mio. €.
Diese Zahlen sind (leider) kaum beeinflussbare Fakten. Sehr zu
denken gibt aber die Tatsache, dass Hörsching im ordentlichen
Haushalt ein Plus von 160 Tsd. € erwirtschaftet, während
Pasching ein Minus von knapp 1 Mio. € erzielt. Dieses Minus
wird in Pasching über Grundstücksverkäufe ausgeglichen
– wie lange noch?. Diese 1,1 Mio. € Differenz erhöhen
den wirtschaftlichen Unterschied auf fast unfaßbare 1,5 Mio.
€, um die Hörsching besser wirtschaftet.
Der Unterschied lässt sich auch nur wenig mit erweitertem
Angeboten von Pasching erklären (Freibad, EKIZ ...), da sich
auch Hörsching einige Mehrkosten leistet (3 Feuerwehren, Musikheim
...). Das Kulturzentrum Hörsching kostet mehr als das Volksheim
Langholzfeld und der Paschingerhof zusammen und die laufenden Kosten
für den Fußball sind etwa gleich hoch.
Ein Plus für Hörsching sind sicher Mieteinnahmen für
gemeindeeigene Wohnungen, wesentlich für den Vergleich zu Pasching
sind auch die höhere Deckung bei Abfall, Wasser und Kanal.
Pasching muss die Abfallwirtschaft sogar subventionieren. Während
Pasching fast alle Investionen in den außerordentlichen Haushalt
verschiebt, beläßt Hörsching auch einiges im ordentlichen
Haushalt (um 0,4 Mio. € mehr).
Es verbleiben somit generell höhere Ausgaben von Pasching,
die sich nur bedingt aus der höheren Bevölkerungszahl
begründen und im Detail zu analysieren sind– z.B. warum
hat Pasching um 67 % höhere Stromkosten.
Auch im außerordentlichen Haushalt zeigt sich der wirtschaftliche
Unterschied zwischen Pasching und Hörsching. Hörsching
deckt die Ausgaben großteils aus reichlich vorhandenen Rücklagen,
während Pasching dafür – wie im ordentlichen Haushalt
– Grundstücksverkäufe einsetzen muss.
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