Finanzielle Situation der Gemeinde
geschrieben von Hans Schwerer
Montag, 10. August 2010
Pasching hat ein finanzielles Problem – das zeigt sich
in den Rechnungsabschlüssen der vergangenen Jahre und auch
im Voranschlag 2010, sowie auch in der mittelfristigen Planung bis
2013.
Pasching kann – trotz der immer noch hohen Einnahmen
– selbst die laufenden Ausgaben nicht mehr decken und ist
auf massive Grundverkäufe angewiesen.
Für notwendige Investitionen müssen weitere Darlehen
aufgenommen werden, womit die bereits bestehende enorme Verschuldung
weiter ansteigen wird.
Pasching hat auch keine Rücklagen – die 2008 aus
hohen Grundstücksverkäufen gebildeten Rücklagen mussten
bereits 2009 zur Gänze wieder zum Ausgleich des Verlustes aufgelöst
werden.
Es kann daher auf Dauer nicht gehen, weiterhin Grundstücke
zur Verlustabdeckung zu verkaufen und sich gleichzeitig für
die Investitionen neu zu verschulden. In einigen Jahren wäre
das Ergebnis daraus: kein Vermögen (Grundstücke), keine
Rücklagen, aber unfinanzierbare Ausgaben und unfinanzierbare
Darlehensrückzahlungen.
Gründe für all diese Probleme liegen in der Vergangenheit
und den Auswirkungen der Böhm-Ära. In dieser Zeit wurde
großzügig ausgegeben, es wurden keine Rücklagen
gebildet, ja alle die sogenannten Errungenschaften wurden mit Darlehen
finanziert (auf Landesförderungen wurde großzügig
verzichtet). Am Ende der Böhm-Ära stand die Gemeinde mit
16 Mio.€ Schulden da.
2009 wurde die Böhm’sche Straßenfinanzierungsgesellschaft
liquidiert und mit 7 Mio. € Schulden in den Gemeindehaushalt
übernommen - neuer Schuldenstand daher 23 Mio. €.
Die mit der Straßenfinanzierungsgesellschaft übernommen
Grundstücke (zum Buchwert von 3,4 Mio. €) müssen
nunmehr verkauft werden – wobei die Verkaufserlöse durch
die anfallenden hohen Infrastrukturkosten gemindert werden.
Aus der Böhm-Ära stammt auch die Errichtung des Stadions
um über 6 Mio €. Mehr als die Hälfte davon übernahm
das Land OÖ, wobei die Finanzierungszusagen 2009 nicht mehr
voll eingehalten wurden und damit die Gemeinde zusätzlich belastet
wird. Ohne diese – langfristig wahrscheinlich sinnlosen –
Ausgaben stünde Pasching finanziell besser da bzw. hätte
vielleicht doch Rücklagen bilden können.
Alldem steht die Gemeinde etwas hilflos gegenüber. Einsparungen
sind notwendig, aber schwierig – wem soll man etwas wegnehmen:
den Kindergärten, den Schulen, der Jugend, den Senioren, der
Feuerwehr, den Vereinen ...???
Wie können die hohen Verluste aus dem Waldbad, dem Volksheim
Langholzfeld, dem Paschingerhof ... vermindert werden?
Welche Investitionen sind wirklich notwendig? Müssen wir uns
nicht von manchen Wünschen verabschieden? Sollen weitere Schulden
gemacht werden, mit denen künftige Generationen belastet werden?
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